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Der Laden läuft richtig gut


SCHULSOZIALARBEITERIN CLAUDIA ZENTGRAF (VON LINKS) UND JUGEND-REFERENTIN JULIA HILDEBRAND FREUEN SICH ÜBER DIE ENGAGIERTE MITARBEIT VON MIKE UND FLORIAN IM SCHÜLERLADEN PLUS.

FOTO: SAUTTER

Schülerladen Plus – Das Projekt am Lindenplatz hat sich etabliert, das zeigen stabile Umsätze. Tauschbörse eingerichtet

VON UWE SAUTTER

PFULLINGEN. Florian, Mike (beide 15) und Güleysa (13) sind mit Engagement dabei. Die drei gehören mit zu dem Team von rund 25 Schülern, die im noch laufenden Schuljahr den Schülerladen Plus am Lindenplatz umgetrieben haben. Mit Erfolg. Seit Februar läuft der Laden richtig gut, sagt Jugendreferentin Julia Hildebrand. Umsatzeinbrüche, wie in den vergangenen Jahren, gab es seither nicht mehr. »Wir haben uns etabliert«, so Hildebrand weiter.

Sie und die Schulsozialarbeiterin der Schloss-Schule Claudia Zentgraf sind stolz auf ihr Team: »Wir sind begeistert davon, was die Schüler leisten.« Die zeigen nämlich viel Eigeninitiative, »warten nicht, bis wir sie anweisen«. Sie denken mit, machen eigene Vorschläge. Sie platzieren die Skateboards günstiger, wie der 15-jährige Mike erzählt, legen untereinander die Preise für die Ware fest.

Dreimal in der Woche hat der Projektladen geöffnet, der in der Zwischenzeit längst mehr ist als eine gute Gelegenheit für Schüler, Praxiserfahrungen in der Berufswelt unter realen Bedingungen zu sammeln. Inzwischen ist der Schülerladen fest im Leben der Stadt verankert, zählt zahlreiche Stammkunden, die vor allem günstige Kleidung aller Art für Kinder und Jugendliche dort finden. Doch die Angebotspalette geht weit darüber hinaus. Spiele, Spielzeug oder Kuscheltiere gehören genauso dazu wie Fair-Trade-Produkte.

Große Spendenbereitschaft

Geschenkkörbe mit der fair gehandelten Ware werden immer öfter geordert – die Stadt gehört auch zu den Kunden. Der Laden hat jetzt extra abbaubare Folie angeschafft, um die Körbe einzupacken, um auch hier das nachhaltige Konzept nicht aufgeben zu müssen. Auch die Kuchen, die in der Minibäckerei der Uhlandschule hergestellt werden, haben zahlreiche Liebhaber. Die Stadtbücherei hat sie seit Neuestem bei ihrem Lesecafé auf dem Passy-Platz im Angebot.

Wo die Schüler bisher immer passen mussten, waren dagegen große und sperrige Produkte. Kinderwagen, Kinderbetten oder Ähnliches konnten nicht über den Ladentisch gehen. »Wir haben nur ganz wenig Lagerfläche«, erklärt Hildebrand den Grund. Deshalb hängt jetzt gleich nach dem Eingang eine Pinnwand, hier hat der Schülerladen eine Tauschbörse eingerichtet, damit Käufer und Verkäufer direkt in Kontakt treten können. Zwar hat der Laden davon keinen direkten monetären Vorteil. Aber wer in den Laden komme, schaue sich auch sonst um, erklärt Zentgraf.

»Wir haben eine überragende Spendenbereitschaft«, nennt Zehntgraf einen weiteren Aspekt, der zeigt, dass das Projekt Schülerladen von vielen als gut befunden und unterstützt wird.

Die Ware, die reinkommt, zu sortieren, zu bewerten und einzuräumen fällt auch in den Aufgabenbereich der Schüler von Uhland-, Schloss- und Wilhelm-Hauff-Realschule. »Es macht Spaß«, sagt Florian und »man sieht, wie das Berufsleben funktioniert – etwa als Einzelhandelskaufmann.«

Und weil auf den weitaus größten Teil des Teams immer Verlass ist, durften die Schüler jetzt nicht nur einen Ausflug nach Tripsdrill machen, sondern erhalten zudem am Jahresende einen Gutschein über 15 Euro für ihre Arbeit – eine Erfolgsprämie. (GEA)