Kommunale Jugendhilfe

Unsere kommunale Jugendhilfe gründet auf der Überlegung, dass die Kommune oder der Stadtteil der Ort ist, an dem sich das gute Aufwachsen der Kinder entscheidet. Deshalb sollten wir genau dort auch „stattfinden“. Welches Gewicht wir in die Waagschale werfen können, hängt davon ab, wieviel Bündnispartner wir finden und wie wir Zusammenarbeit organisieren.

 

Zunächst sollte die Jugendhilfe eine Einheit bilden, das ist leichter, wenn einige Angebote aus einer Hand kommen. Unsere Jugendhilfe vor Ort enthält oft eine Kombination verschiedener Erziehungshilfen wie Familienhilfe, Soziale Gruppenarbeit oder Tagesgruppe. Dazu kommen noch Angebote aus unserem Bereich Jugendhilfe und Schule wie Schulsozialarbeit, Schülerbetreuung und offene Jugendarbeit. Das macht es einfacher, das zweite Ziel zu erreichen, mit einem sinnvoll zusammengestellten

„Jugendhilfebaukasten“ zum Bildungs- und Erziehungspartner der Schulen zu werden. Darauf fußt das dritte Ziel kommunaler Jugendhilfe, einen Beitrag zu leisten zu einem guten Zusammenleben in der Kommune.

 

Geht es allen gut, geht es auch den Kindern gut. Sie kennen vielleicht das afrikanische Sprichwort, dass Kinder durch ein ganzes  Dorf erzogen werden. Mit weniger sollten wir uns tatsächlich nicht zufriedengeben, es war vielleicht nie so notwendig wie heute in einer individualisierten Welt, dass Gemeindeverwaltung, Politik, Bürger_innen, Vereine, Kirchen, Gewerbe ihren Beitrag zu einer familienfreundlichen Umwelt leisten. Jugendhilfe alleine reicht nicht, auch wenn sie geeint und mit der Schule zusammen viel vermag. Am nächsten sind wir diesem Ideal im Wiesprojekt, in Pfullingen, in Lichtenstein und in Eningen.

 

Wiesprojekt

Das Wiesprojekt ist seit 1995 unsere kommunale Jugendhilfe für die Stadtteile Voller Brunnen, Storlach und Römerschanze  im Reutlinger Norden. Am Standort Wiesstraße 7 sind verschiedene Systeme verbunden und dem örtlichen Bedarf angepasst. Das Team arbeitet Hand in Hand. Die Erziehungshilfe besteht aus der Tagesgruppe WiesEL, der sozialen Gruppe im Wiesprojekt, der Rollenspielgruppe  und dem Betreuten Jugendwohnen für junge geflüchtete Frauen. Der Jugendtreff ist Teil der offenen Jugendarbeit im Auftrag der Stadt Reutlingen. Die Koordination wird von Stadt und Landkreis gemeinsam finanziert und verbindet die Vernetzung der Angebote im Wiesprojekt, Anlaufstelle für Kinder, Jugendliche, Eltern und Bürger_innen, Quartiersmanagement  und Stadtteilarbeit mit Projektentwicklung. Zudem gehören zum Wiesprojekt noch die Zeitbörse, ein Instrument der Nachbarschaftshilfe, der Treff für Alleinerziehende des Landkreises, der Offene Treff und die ehrenamtliche Arbeit.

Eningen

Unser „Jugendhilfebaukasten“ in Eningen mit vier Teams besteht aus den Bausteinen Schulsozialarbeit und Schülerbetreuung an der Achalmschule (Grundschule), Jugendreferat und, seit 2017, auch Integrationsmanagement. Schulsozialarbeit und Schülerbetreuung fügen sich im Blick auf Schüler_innen, die in ihrer sozialen Entwicklung besonderer Achtsamkeit erfordern, perfekt zusammen. Unterricht und Spiel- und Bewegungsangebote in der Schülerbetreuung  sind ganz verschiedene Kontexte, in denen sich die Schüler_innen auch anders zeigen können. Die Schulsozialarbeit unterstützt die Schülerbetreuung vor allem am hochfrequentierten Donnerstag mit eigenen Angeboten und bringt die eigene fachliche Perspektive ins Team der Schülerbetreuung ein.

Pfullingen

Nirgendwo arbeiten mehr Teams bei pro juventa an einer kommunalen Jugendhilfe als in Pfullingen. Pfullingen ist eine Schulstadt, entsprechend stark ist dort die Stellung der Schulsozialarbeit mit acht Fachkräften an sechs Schulen. Ergänzt wird die Jugendhilfe an der Schule durch eine Soziale Gruppe an der Uhlandschule SBBZ sowie Berufsorientierungsmaßnahmen (BOM) ebenfalls an der Uhlandschule SBBZ und an der Wilhelm-Hauff-Realschule. BOM wird gefördert von der Arbeitsagentur und der Stadt Pfullingen, wir kooperieren mit unserem Partner pro labore. Schülerinnen mit besonderem Orientierungsbedarf werden gezielt darin unterstützt,  für sich selbst herauszufinden, wie es für sie schulisch und beruflich weitergeht und wie sie die Hürden zu einer weiteren schulischen oder dualen Ausbildung nehmen können.

 
 
 

Lichtenstein

Der „Baukasten“ und das Team der kommunalen Jugendhilfe in Lichtenstein besteht aus der Schulsozialarbeit an der Uhlandschule, der Sozialen Gruppe an der Schule und einem experimentellen Baustein, dem Modellprojekt sozialraumorientierte Jugendhilfe.

Die Schulsozialarbeit zeichnet sich aus durch hohe personelle Kontinuität und eine konzeptuelle Akzentuierung über den Schulbezug hinaus. Die Schulsozialarbeit, das Amt für Familie und Bildung der Gemeinde, die Gemeindebücherei, Kindergärten und Vereine arbeiten zusammen im Interesse einer kinderfreundlichen Kommune. Der Kinder- und Jugendaktionstag und das Elternbildungsprogramm FLIP sind Ergebnisse dieser fruchtbaren Zusammenarbeit.